Die durch die Stiftung initiierten Torgespräche sind eine nach dem Sitz der Stiftung am Brandenburger Tor benannte Veranstaltungsreihe, die regelmäßig im Max Liebermann Haus stattfindet. Sie dient einerseits der Pflege des Austausches zwischen Künstlern und anderen Persönlichkeiten aus dem kulturellen Leben Ost- und Westeuropas - gemäß ihrem Leitsatz im Förderbereich Kultur -, bietet anderseits eine Plattform für Gespräche zu aktuellen gesellschaftlichen Themen sowie für Themenbereiche der Förderbereiche Wissenschaft und Bildung.

Bei den Torgesprächen handelt es sich um Podiumsdiskussionen, Vorträge oder auch Lesungen, die auch in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern stattfinden können.



Dienstag, 2. Juni, 19:30 Uhr
Vortrag im Rahmen der Rudolf-Arnheim-Gastprofessur

Modernes Leben und Lebensanschauungen:
Georg Simmels Monografie Rembrandt von 1916
Ein Vortrag von Prof. Dr. Karen Lang

Georg Simmel ist heute hauptsächlich als Soziologe und einflussreicher Kulturwissenschaftler bekannt, der sich mit dem Leben in der modernen Großstadt auseinandergesetzt hat. Seine zahlreichen Essays zu Kunst und Künstlern haben hingegen weniger Aufmerksamkeit erfahren. Rembrandt. Ein kunstphilosphischer Versuch war Simmels letzte Monografie und sein beliebtestes Werk.

Als Rembrandt 1916 erschien, war der Kult um den Künstler bereits geboren. In der Populärliteratur wurde Rembrandt als „deutscher“ Künstler charakterisiert.
Die Kunstgeschichtsschreibung fokussierte dabei auf der Künstlerbiografie und auf Fragen der Zuschreibung. Im Gegensatz dazu stellte Simmel die Erfahrung von Rembrandts Kunst in den Vordergrund und untersuchte deren gewaltige und fortdauernde Wirkung auf den Betrachter.

Prof. Dr. Karen Lang ist seit 2011 am Institut für Kunstgeschichte und am Forschungszentrum für Philosophie, Literatur und Kunst an der University of Warwick in England tätig. Ihr breites Spektrum an Publikationen erstreckt sich auf die Gebiete der Kunst der Moderne und der zeitgenössischen Kunst, der Ästhetik und Philosophie sowie der Geschichte der Kunstgeschichte. Von 2010 bis 2013 war sie Chefredakteurin des Magazins The Art Bulletin, der führenden Fachzeitschrift für internationale Kunstgeschichte. Im Oktober 2014 trat sie ein dreijähriges Leverhulme-Major-Research-Stipendium an.




Mittwoch, 6. Mai, 19:30 Uhr
Kriegsende 1945 - Trümmerfotografie in Deutschland
Sowjetische Soldaten auf einem Balkon des Hotels Adlon am Pariser Platz, Mai 1945 © bpk / Fotograf unbekannt

Ludger Derenthal leitet seit 2003 die Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin. Zuvor war er Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin, unterrichtete als Wissenschaftlicher Assistent Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum und war Member des Institute for Advanced Study in Princeton. In seinen Publikationen und Ausstellungen befasst er sich mit der Fotografie im 19., 20. und 21. Jahrhundert, mit Dada und Surrealismus - dabei vor allem mit dem künstlerischen Werk von Max Ernst -, sowie mit der Skulptur im öffentlichen Raum.  

Die ersten Bilder nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von den Siegern fotografiert. Es waren die Bildreporter der alliierten Besatzungstruppen, die den Deutschen nach der Kapitulation das Ausmaß des Krieges und das Unfaßbare der deutschen Verbrechen vor Augen stellten. Der Blick dieser Fotografen auf die Konzentrationslager, die zerstörten deutschen Städte und ihre Bewohner war die Folie, vor der dann deutsche Fotografen ihre eigenen Bilder von der Niederlage machten. Es entstanden reine Dokumentationen ebenso wie künstlerisch motivierte Bearbeitungen der Trümmerlandschaften. (kann entfallen) In Büchern und Berichten wurden die Fotografien eingesetzt, um zu mahnen und zu warnen: exemplarisch lässt sich dies an Hermann Claasens Buch 'Gesang im Feuerofen. Köln - Überreste einer alten deutschen Stadt' und an Richard Peter sen. Publikation 'Dresden - Eine Kamera klagt an' zeigen.



Freitag, 20. März, 20:00 Uhr
Welttag der Poesie

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor mit der Deutschen UNESCO-Kommission, der Akademie Schloss Solitude, dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD und dem Instituto Cervantes. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission.

Es lesen Enrique Falcón Spanien Ellen Hinsey USA / Frankreich Afrizal Malna Indonesien Anzhelina Polonskaya Russland Jan Wagner Deutschland Moderation Knut Elstermann Journalist, Berlin

Der UNESCO-Welttag der Poesie würdigt den Stellenwert der Poesie, die Vielfalt des Kulturguts Sprache und die Bedeutung mündlicher Traditionen. Er weist der Dichtkunst einen zentralen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu. Seitdem er im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde, organisiert die Literaturwerkstatt Berlin gemeinsam mit ihren Partnern die zentrale Veranstaltung zum Welttag der Poesie in Deutschland. In den Räumen der Stiftung Brandenburger Tor feiern wir mit einem Konzert aus Versen, Sprachen und Stimmen – eine Gelegenheit für eine Weltschau der Poesie, gelesen in den Originalsprachen und in deutscher Übersetzung.

Mit dabei sind: Enrique Falcón (*1968), ein sozial und politisch engagierter Künstler, dessen vielstimmiges Langgedicht »Der Marsch der 150 Millionen« für Furore gesorgt hat; Ellen Hinsey (*1960), eine Autorin, die in ihren Arbeiten äußerst eindrucksvoll über historische Verwerfungen und familiäre Traumata schreibt; Afrizal Malna (*1957), der zu den avanciertesten Dichtern Indonesiens zählt, es in seiner Arbeit stets auf neues Sehen, Hören und Verstehen abgesehen hat und der Literaturszene seines Landes zuverlässig die interessantesten Impulse gibt; Anzhelina Polonskaya (*1969), die gefeierte russische Lyrikerin, deren Gedichte anspielungsreich und bewegend an die große Dichtungstradition ihres Landes anknüpfen, sowie Jan Wagner (*1971), derjenige unter den deutschsprachigen Dichtern, der in seinen Texten mit der größten formalen Vielfalt operiert.

Zum Welttag der Poesie veröffentlicht lyrikline neun neue Dichter aus aller Welt auf www.lyrikline.org. Zudem widmet sich die Webseite für Poesie mit einem »Welttags-Special« auf dem Blog (lyrikline.wordpress.com) in diesem Jahr dem Thema »Flucht« und befragt dazu verschiedene internationale Dichter zu ihren Positionen.

Anmeldung unter info@stiftungbrandenburgertor.de bis zum 16. März



Dienstag, 03. März 2015, 19:30 Uhr
Liebermann und Zille
„Der unbekannte Zille“

Eine Kooperationsveranstaltung mit Sinn und Form

Sein Buch „Der unbekannte Zille“ konnte Erich Knauf nie veröffentlichen. Der Autor verlor 1933 seine Stelle als Schriftleiter der Büchergilde Gutenberg. 1944 wurde er gemeinsam mit seinem Freund, dem Zeichner e.o.plauen, denunziert und hingerichtet.

Nach dem Krieg sagte Erich Kästner, einen wie Knauf könnte man jetzt brauchen wie das liebe Brot. Auszüge aus Knaufs Biographie erschienen erstmals in Heft 4/2014 von Sinn und Form. Geschildert wird darin Zilles Werdegang, sein Leben zwischen Milljöh und Kunstwelt und die Beziehung zu Max Liebermann. Liebermann und Zille verband eine enge Freundschaft und Liebermann förderte Zille auf vielseitige Weise.

Lesung am Dienstag, 03. März 2015 um 19:30 Uhr

Einführung
Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster
Vorstand der Stiftung Brandenburger Tor Lesung

Jutta Wachowiak liest aus dem Manuskript von Erich Knaufs vergessener Biografie „Der unbekannte Zille“

Im Gespräch
Dr. Martin Faass, Museumsdirektor Liebermann Villa
Pay Matthias Karstens, Humboldt-Universität zu Berlin
Dr. Gernot Krämer, Redakteur Sinn und Form

Moderation
Dr. Matthias Weichelt, Chefredakteur Sinn und Form

Anschließend Empfang bis 22:00 Uhr mit Präsentation von Zille Fotografien und Zeichnungen

Anmeldung unter info@stiftungbrandenburgertor.de bis zum 27. Februar



Montag, 12. Januar 2015 um 19.30 Uhr
Mein Berlin: Zwei Orte der Inspiration
in Verbindung mit der Humboldt-Universität zu Berlin und
dem Deutschen Akademischen Austauschdienst

ein Vortrag von Prof. Dr. Leonard Barkan

Einführung: Prof. Dr. Horst Bredekamp, Humboldt-Universität zu Berlin

Die Arnheim-Professur geht auf den Filmkritiker und Filmhistoriker Rudolf Arnheim zurück, der die Theorie des „denkenden Sehens“ und Gestaltens entwickelte. Eine hochrangige interdisziplinäre Jury beruft jährlich einen ausländischen Gastdozenten an der Humboldt-Universität. Gefördert wird diese Professur durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Stiftung Brandenburger Tor.

Leonard Barkan arbeitet derzeit an einem Buch, das er selbst als „Jewish love letter to Berlin“ beschreibt- einer persönlichen Hommage an die Kultur der Stadt, in der sich bis heute die historische Präsenz der jüdischen Gemeinde zeigt. Er zelebriert dabei vielmehr das Leben als die Zerstörung einer Gemeinschaft.
Er wird über zwei Orte sprechen, die ihn ganz besonders inspiriert haben. Der erste ist der Jüdische Friedhof Schönhauser Allee, den er als würdevollen Garten der Erinnerung jener Vergangenheit auffasst, in dem stolze, wohlhabende und kultivierte Juden ihre Teilhabe an der Kultur einer großartigen Stadt demonstrierten.

Der zweite Ort ist das Kaiserpanorama im Märkischen Museum, das von Walter Benjamin so wunderschön als Sehenswürdigkeit seiner Berliner Kindheit beschrieben wurde. Zusammengenommen soll dieser „Reisebericht“ sowohl das Leben einer Gemeinschaft illustrieren, als auch die Erfahrung, die Vergangenheit in der Gegenwart hervorzurufen.

Leonard Barkan ist Professor an der Princeton University und Mitglied an den Instituten für Vergleichende Literaturwissenschaft, Kunst und Archäologie sowie Englisch.
Nach seinem Studium der Englischen Literaturwissenschaft publizierte er zahlreiche, preisgekrönte Bücher über die Literatur und Bildkultur der Renaissance, unter anderem „Michelangelo: A Life on Paper, The Gods Made Flesh“ und „Unearthing the Past“. Er arbeitete als Schauspieler, Regisseur und Autor zu den Themen Essen und Wein. Er verfasste seine Memoiren über seine Zeit in Rom und arbeitet derzeit an einem weiteren persönlichen Buch, dieses Mal über Berlin.

Anmeldungen bis spätestens 5. Januar 2014 unter info@stiftungbrandenburgertor.de



Donnerstag, 4. Dezember 2014 um 19.30 Uhr
Lesung mit Margot Friedländer aus ihrer Autobiographie „Versuche, Dein Leben zu machen“

Moderation
Dr. Thomas Sparr, Geschäftsführer Suhrkamp Verlag

Margot Friedländer, 1921 in Berlin geboren, kehrte nach über sechzigjähriger Emigration vor einigen Jahren in ihre Heimatstadt zurück. Im Januar 1943 ging sie in den Untergrund, lebte in verschiedenen Verstecken und war ständig gefährdet verhaftet zu werden. Im Frühjahr 1944 wurde sie auf dem Kurfürstendamm festgenommen und nach Theresienstadt deportiert. Sie überlebte das Lager, während ihre Familie in Auschwitz ermordet wurde.

In ihrem Buch „Versuche dein Leben zu machen“ (2008 erschienen), der Satz, den ihr ihre Mutter vor der Deportation hinterließ, schildert Margot Friedländer die Zeit des Untertauchens und ihr Leben nach dem Nationalsozialismus. Das Buch wurde mit dem Einhard-Preis als beste Biographie ausgezeichnet, Margot Friedländer, die in vielen Schulen aus ihrer Biografie liest und mit Schülern diskutiert, wurde 2011 vom Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Nach der Lesung erzählt Margot Friedländer in einer von Thormas Sparr moderierten Diskussion von ihrem Leben, ihrem Überleben, von ihrer Rückkehr nach Berlin. Anschließend wird Margot Friedländer für eine Signierstunde zur Verfügung stehen.

Rückmeldungen bis 26. November 2014 unter info@stiftungbrandenburgertor.de



Sonntag, 2. November 2014, 14-18 Uhr
Stiftung Brandenburger Tor
"25 Jahre Mauerfall: Blick zurück, Blick nach vorn"


Zum 25. Jahrestag des Mauerfalles wollen die Anrainer des Pariser Platzes ein eigenes, positives Signal für die Stadt und die Berliner setzen. Gemeinsam gestalten sie am Pariser Platz, dem wohl berühmtesten Ort der Teilung und Wiedervereinigung, eine öffentliche Aktion. Vorträge, Lesungen, Gespräche legen Zeugnis ab von dem Geschehen und dem Ort der Teilung bzw. Vereinigung.

Der Gemeinschaft der Anrainer gehören an:
Akademie der Künste, Allianz Kulturstiftung, Allianz Stiftungsforum, Botschaft der Republik Frankreich, Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, Botschaft des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland, Commerzbank, Informationsbüro des Europäischen Parlamentes, Genisis Institute for Social Innovation, Hotel Adlon Kempinski Berlin, Körber-Stiftung, Stiftung Brandenburger Tor, Vertretung der Europäischen Kommission, Vodafone Stiftung Deutschland.

Es ist eine Feier der Freude, aber auch ein Moment des Innehaltens und Gedenkens. Gemeinsam mit der Stiftung Brandenburger Tor hat die Literaturwerkstatt Berlin einen literarischen Rück- und Ausblick vorbereitet.
Das Gesamtprogramm finden Sie unter pariserplatz-berlin.de.

"Die Fenster aufgestoßen - Zeitzeugen der sanften deutschen Revolution"

Autoren und Künstler aus West- und Ost-Berlin sprechen über die Kontakte zwischen den Künstlern und Autoren in der geteilten Stadt.

14.15 - 18.00 Uhr
4. November 1989, Demonstration am Alexanderplatz
Dokumentarfilm des DDR-Fernsehens: Mitschnitt der Direktübertragung der Kundgebung von Künstlern und Kulturschaffenden am 4. November 1989.

Der Film wird mehrfach gezeigt.
keine Anmeldung erforderlich


14:15 - 15:45 Uhr
Vor, mit und nach der Mauer: Kunst in Deutschland
Was bedeutete die Mauer für die Künste in Deutschland? Was wussten die Maler, Bildhauer, Grafiker, Medien- und Performancekünstler in Ost und West zu Zeiten der Mauer voneinander und hat sich dies nach deren Fall entscheidend verändert? Welche Künstler-Freundschaften und welche Strategien der Annäherung zwischen Personen, Galerien und Institutionen gab es und was ist daraus geworden? Und ist nicht der Fall der Mauer der Grund für den Aufstieg Berlins zum internationalen Zentrum zeitgenössischer Kunst? Über diese und andere Fragen diskutieren Künstler, Kunsthistoriker, Kuratoren, Kritiker und Schriftsteller.

Im Gespräch: Leonie Baumann, Eugen Blume, Friedrich Dieckmann, Tanja Dückers, Eckehard Gillen, Jörg Herold, Christof Tannert, Moderation: Hans-Jürgen Müller, Kunstkritiker der "Welt"

16:15 - 17:45 Uhr
Die Mauer surfen
In Lesung und Gespräch: Marion Brasch, Autorin und Journalistin, Berlin, Christoph Hein, Autor, Berlin, Peter Schneider, Autor, Berlin Moderation: Barbara Wahlster, Literaturredakteurin beim Deutschlandradio Kultur

Trotz Mauer und Stacheldraht haben Schriftsteller dafür gesorgt, dass das andere Deutschland, der andere Teil Berlins ihren Lesern nicht vorenthalten blieben. Ihre Texte wurden hin und her geschmuggelt. Sie agierten in ihren Schreibstrategien und -haltungen undercover oder gewitzt im historischen sowie anderen Gewändern oder trugen, was zu sagen war, zwischen den Zeilen.
Marion Brasch (*1961), einzige" Überlebende" der aus österreichisch-jüdischer Herkunft stammenden Brasch-Familie. Der Vater war Funktionär in der DDR, verriet seinen Sohn Thomas an die Stasi und verlor alle drei Söhne an den Westen, den Alkohol bzw. durch deren Selbstmord. Marion Braschs autobiografischer Roman "Ab jetzt ist Ruhe" (S. Fischer Verlag 2012) erzählt vom Zerbrechen einer ganzen Familie an den deutschen Verhältnissen vor und nach dem Fall der Mauer.
Christoph Hein (*1944) war bis zum Mauerbau Schüler in einem Westberliner Gymnasium, studierte in der DDR und arbeitete u.a. als Dramaturg an der Volksbühne (Ost). Von 1998 bis 2000 war er der erste. Präsident des (wieder-)vereinigten P.E.N. Hein erzählt von Stagnation, Ödnis und Lähmungen im Land DDR und in seinem Stück "Die Ritter der Tafelrunde" (April 1989) z. B. von verrotteten Resten einstig großer Vorhaben.
Peter Schneider (*1940), als Lehrer in Westberlin zeitweise mit Berufsverbot belegt, schrieb mit der Novelle "Lenz" (1973) das Kultbuch der enttäuschten Linken in Westdeutschland und mit "Der Mauerspringer" (1982) eine Art Spieglein an der Wand, in dem die Deutschen Tag für Tag gesagt bekamen, wer der Schönste im Land sei und wo es am Schönsten ist.

Eine Veranstaltung der Stiftung Brandenburger Tor in Zusammenarbeit mit der Literaturwerkstatt Berlin

Eintritt frei

Um Anmeldung wird gebeten unter info@stiftungbrandenburgertor.de



Mittwoch, 2. Juli 2014 um 19.30 Uhr
Das Literarische Tandem

Im Rahmen des Programms Literarisches Tandem lesen und berichten zwei Tandems:
Berlin – Lissabon
Christiane Rösinger - Dulce Maria Cardoso
Berlin – Dublin
Ron Winkler – Aifric Mac Aodha

Dulce Maria Cardoso zählt zu den wichtigsten Autorinnen Portugals. Sie wuchs in Angola auf, floh 1975 nach Portugal. 2002 erschien ihr erster Roman; für den zweiten, Os meus Sentimentos (Meine Gefühle), erhielt sie den Literaturpreis der EU. 2009 kam O Chão dos Pardais (Prémio PEN, Prémio Ciranda) heraus, 2011 der Roman O Retorno, der die postkoloniale Realität Portugals reflektiert.

Christiane Rösinger, die „bedeutendste lebende Songschreiberin Deutschlands“ (Frankfurter Rundschau), hat die Bands Lassie-Singers und Britta gegründet. 2008 erschien ihr Roman Das schöne Leben, 2012 das Sachbuch Liebe wird oft überbewertet und ihr erstes Solo-Album, Songs of L. And Hate. 2013 kam Berlin-Baku. Meine Reise zum Eurovision Song Contest heraus.

Aifric Mac Aodha, 1979 in Dublin geboren, schreibt auf Gälisch. Ihre mehrfach übersetzten Gedichte erschienen in zahlreichen Anthologien. Wie nur wenige andere Lyrikerinnen verbindet sie Avantgarde mit poetischer Tradition; immer wieder bezieht sie sich auf die griechische Antike, so auch 2010 in ihrem Gedichtband Gabháil Syrinx (Die Gefangennahme der Syrinx).

Ron Winkler, der „Sprachraumforscher des 21. Jahrhunderts“ (Die Zeit), ist einer der angesehensten Lyriker seiner Generation. Er wurde 1973 geboren und hat sechs Gedichtbände, Erzählungen, Übersetzungen publiziert. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. der Mondseer Lyrikpreis und der Leonce-und-Lena-Preis; soeben erschien Zuwendung in Zeichen. Postkarten.

Wir bitten um Anmeldung unter info@stiftungbrandenburgertor.de Stichwort: Tandem

 


Montag, 7. Juli 2014 um 19.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der Rudolph-Arnheim-Professur
in Verbindung mit der Humboldt-Universität zu Berlin und
dem Deutschen Akademischen Austauschdienst.
Colonial Photography in India: The Ethnographic Lens

Ein Vortrag von Prof. Dr. Jyotindra Jain in englischer Sprache

Begrüßung
Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster
Vorstand
Stiftung Brandenburger Tor

Einführung
Prof. Dr. Horst Bredekamp
Humboldt-Universität zu Berlin
Kunstgeschichtliches Seminar

Colonial Photography in India: The Ethnographic Lens
Photography invented in 1840 in Europe entered India that same year. The story of the aesthetics and politics of the photographic image and the curious forms of its consumption under British colonial rule of India is immensely fascinating. The richly illustrated lecture will expound how, under the rubric of “knowledge itself is a form of power”, photography acted as textuality of social discourse, and as a site in which the colonial administration set up massive archives of the imaginary identities of the “People of India” and their natural and cultural heritage in an orientalist framework – sensualised fascination for albums of “dancing girls” and “Indian beauties” included.

Jyotindra Jain former Professor of Arts and Aesthetics at Jawaharlal Nehru University, New Delhi, and a Visiting Professor at the Centre for the Study of World Religions at Harvard University, Cambridge (USA), is presently Rudolf Arnheim Visiting Professor at the Institut für Kunst- und Bildgeschichte at Humboldt University, Berlin.

Wir bitten um Anmeldung unter info@stiftungbrandenburgertor.de
Stichwort: Arnheim

 





Die Veranstaltungen finden im Max Liebermann Haus statt.

Bitte melden Sie sich bei Interesse unter Angabe des Veranstaltungstitels und Datums an.
Tel.: 22 63 30 30
Fax: 22 63 30 14


Weitere Torgespräche
("Sonden in die Zukunft") finden Sie im Bereich Wissenschaft.

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